Fabry - Eichinger: Medizin und Ästhetik
Eine künstlerische Annäherung an Wilhelm Fabry

10. Januar bis 5. April 2010
Ausstellung im Wilhelm-Fabry-Museum

Fabry-Eichinger
Eröffnung: 10.01.2010, 11.00 Uhr • Eintritt frei
Eintritt während der gesamten Ausstellung: Sie zahlen, wie viel Sie möchten!

Kunst trifft Medizin
Reutlinger Design-Professor Henning Eichinger auf den Spuren des Begründers der wissenschaftlichen Chirurgie in Deutschland

Henning Eichinger, Professor an der Fakultät Textil und Design der Hochschule Reutlingen, widmete sich von März bis August 2009 im Rahmen seines Forschungssemesters einem ganz besonderen Thema: Der Künstler hat Leben und Werk des weltbekannten Chirurgie-Begründers Wilhelm Fabry mit Malerei und anderen Medien visualisiert und damit die historische Dimension der Fabry-Forschung um eine künstlerische Komponente erweitert. Dabei spannt er den Bogen vom Schönheitsideal der Renaissance bis Heute und porträtierte neben Zeitgenossen Fabrys (u. a. Nostradamus, Maria Stuart, William Shakespeare) auch Lara Croft, Dita von Teese und Michael Jackson. Die Ergebnisse des Forschungssemesters sind in der Ausstellung „Fabry – Eichinger: Medizin und Ästhetik. Eine künstlerische Annäherung an Wilhelm Fabry“ vom 10. Januar bis zum 5. April 2010 im Wilhelm-Fabry-Museum in Hilden zu sehen.

Johann Wilhelm
Prof. Henning Eichinger beschäftigt sich seit dem Jahr 2000 in seiner künstlerischen Arbeit mit den scheinbaren Gegensätzen von Kunst und Wissenschaft. Als Gewinner des Kunstpreises des Wilhelm-Fabry-Museums zur Ausstellung „Hallo mein Herz!“ 1999 stieß er auf den berühmten Wundarzt und Begründer der modernen Chirurgie in Deutschland, Wilhelm Fabry, der im Jahr 1560 in Hilden geboren wurde. In Fabrys Überzeugung, dass der Mediziner sowohl aufmerksam beobachten als auch handwerklich geschickt sein müsse, sah Eichinger eine Parallele zum künstlerischen Arbeiten: „diese Gemeinsamkeiten haben mich dazu bewegt, die vergangene Welt des Arztes Fabry im Kontext zeitgenössischer Kunst zu betrachten und zu visualisieren.“

Fabry sah die Chirurgie seinerzeit als „Reparatur“ des gottgegebenen Körpers an. In heutigen Zeiten, in denen es die plastische Chirurgie ermöglicht, jeden Körper nach den eigenen Vorstellungen zu formen, hat sich die Chirurgie vom reinen „Reparatur-Gedanken“ weit entfernt. „Auch wenn es sich dabei vordergründig um medizinisch-wissenschaftliche Vorgänge handelt, ist die Absicht und die Vorgehensweise in der Formgebung dieselbe wie im Design“, so Eichinger. „In dieser Polarität zwischen dem alten und dem modernen Chirurgieverständnis, dem damaligen und dem heutigen Umgang mit dem menschlichen Körper, siedle ich meine künstlerische Arbeit an.“

In seinen künstlerischen Arbeiten thematisiert Eichinger Fragen wie: Ist unser Körper nicht längst zum Objekt, ja zum Accessoire geworden, welches wir mit viel Geld und medizinischem Aufwand verändern können? Wer liefert die Vorgaben für die ästhetische Veränderung des menschlichen Körpers? Und was ist mit der Einheit von Körper und Geist?

Eichinger setzt mit seiner Malerei den Paradigmenwechsel in der Auffassung und Bedeutung unseres Körpers in Bildern um. Seine Arbeit wird in einem Buch dokumentiert, welches künstlerische und wissenschaftlich-historische Elemente beinhaltet und so die historische Dimension der Fabry-Forschung um eine künstlerische Komponente erweitert.


Zum Künstler:
Atelier Eichinger
Henning Eichinger lehrt den Schwerpunkt Künstlerische Konzeption im Masterstudiengang Design an der Hochschule Reutlingen. Durch die Entwicklung künstlerischer Konzeptionen im Grenzbereich von Design und Kunst lernen seine Studenten, zielgerichtet künstlerische Projekte zu den Fragen unserer Zeit zu entwickeln. Dieser Schwerpunkt richtet sich auch an Absolventen verwandter Bereiche wie beispielsweise Grafik-Design, Innenarchitektur oder Bildende Kunst. In allen Fächern werden regelmäßig Ausstellungsprojekte im öffentlichen Raum durchgeführt. Ausdrucksmittel sind neben der Malerei auch Arbeiten mit Medien wie Computer, Film, Fotografie und Installation.

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