RP SERIE WILHELM FABRY (letzte Folge)
Museum auch für die Medizin

Das Wilhelm-Fabry-Museum ist eine bundesweit bekannte Adresse unter Medizin-Historikern. Vor 20 Jahren wurde die Erinnerungsstätte an den berühmten Sohn der Stadt, aber auch die Historische Kornbrennerei, eröffnet.

von Uli Schmidt
Quelle: Rheinische Post, Montag, den 30. November 2009
Vogelsang
Nicht nur für Mediziner bietet das Wilhelm-Fabry-Museum in Hilden eine medizinhistorische Sammlung mit Operationsbestecken, Amputationssägen, Messern, Zangen und Schädelbohrern, wie sie der berühmte Medicus vor über 400 Jahren benutzte. Einmal jährlich wird die Sammlung für einige Wochen in Glasvitrinen mit informativen Erklärungen präsentiert. Angesichts dieser antiken Instrumente wird dokumentiert, welchen Fortschritt besonders die Chirurgie bis heute gemacht hat. Außerdem gibt es neben Fabrys Original-schriften eine umfangreiche Sammlung medizinischer Werke und Abbildungen zu besichtigen.
Das Museum ist bundesweit eine bekannte Adresse und versteht sich als ein „kultureller Ort, an dem etwas passiert“. Ein modernes Museums-Management unter der Leitung von Dr. Wolfgang Antweiler sorgt auf 130 Quadratmetern mehrmals jährlich für wechselnde Ausstellungen und begleitende Vortragsabende rund um das Thema Medizin. Die dem Museum angeschlossene „Historische Kornbrennerei“ bietet zusätzlich hochprozentigen Bildungsstoff. Johann Peter Vogelsang war ein „Ackerer“, der sich 1864 mit dem Schnapsbrennen selbstständig machte. Der Museums- und Heimatverein und die Stadt Hilden konnten gemeinsam die „Bergische Dampfkornbranntwein-Brennerei Vogelsang“, die mehr als hundert Jahre in Betrieb war, vor dem Verfall retten.
Am 17. September 1989 wurden das Wilhelm-Fabry-Museum und die Historische Kornbrennerei vis-à-vis gemeinsam eröffnet. Heute kann hinter alten Backsteinmauern ein Industriedenkmal mit einer der „ältesten, liegenden, pendelregulierten Dampfmaschinen“ (Baujahr 1887) im Originalzustand bewundert werden. Und alles, was sie in Gang setzte, vom Sackaufzug bis zum Rührwerk im Vormaischbottich, damit aus Getreide „Korn“ wurde. Auf Wunsch wird die alte „Kirberg & Hüls“ für Besucher aktiviert. In den restaurierten, historischen Räumen der Kornbrennerei werden außerdem Original-Gerätschaften, vom Fass bis zur Flasche, präsentiert.

Abb.: Das alte Arbeitszimmer des Johann-Peter Vogelsang in der historischen Kornbrennerei. Foto: Olaf Staschik
zurück