Kinder erkunden Fabry-Garten

Gartengestalter Peter Janke führte 30 Ogata-Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Schulstraße durch seinen „Hortus Medicus“. In ihm wachsen Pflanzen, wie sie schon der Arzt Wilhelm Fabry in der Heilkunde eingesetzt hat.

von Astrid Scheone
Quelle: Rheinische Post, Freitag, den 27. August 2010
Den ganz eigenen Zauber von Peter Jankes Garten-Oase spürten auch die Kinder. Man hatte ihnen eine Erlebnis-Führung versprochen. Und es wurde ein spannendes Erlebnis für die Fünf- bis Neunjährigen aus der Gemeinschaftsgrundschule Schulstraße. Zusammen mit ihren Betreuerinnen wanderten sie mit Peter Janke im Gänsemarsch durch sein grünes, wildromantisches Reich. Durch Natur zum Anfassen, durch Wald, Kiesgarten und Biotope auf eine Naturwiese. „Wenn Ihr ganz leise seid, könnt ihr Grashüpfer und Grillen hören“, versprach Janke und erzählte ihnen von Wilhelm Fabry, von seinem umfangreichen Pflanzenwissen, das er für seine Heilkunst haben musste.

„Wenn ihr ganz leise seid, könnt ihr Grashüpfer und Grillen hören.“
Peter Janke hatte aufmerksame Zuhörer
Ganz nebenbei erfuhren die Jungen und Mädchen viel Wissenswertes über Pflanzen und Tiere im Wandel der Jahreszeiten. Luis, der siebenjährige Spross des Hildener Autors Oliver Pautsch, klebte geradezu an den Lippen von Janke. „Es ist so schön grün hier“, meinte er strahlend. „Aber Peter hat ja auch farbige Pflanzen und liebe Tiere, wie Eichhörnchen in seinem Garten.“ Am großen Teich jauchzt der kleine Joel auf. Er hat Frösche entdeckt. „Hier sind so viele Pflanzen, die ich noch nicht kenne“, begeistert er sich. „Und ich kenne schon ganz viele“, behauptet er. Dann erwartet die Kinder der Höhepunkt des Tages, der „Hortus Medicus“, ein historischer Kräutergarten auf den Spuren Fabrys mit Pflanzen aus der Renaissance. Peter Janke hat ein Schmuckstück auf 100 Quadratmetern geschaffen. Von Buchsbaum eingefasst, warten Pflanzen, die alle Sinne ansprechen, auf die Entdeckungslust der Kinder. Ein Hauch von Poesie und altem Klostergarten umweht das Ganze. Herzstück ist ein steinerner Räuchertisch. Die Kinder erfahren von Janke, welches Kraut für welches Zipperlein gut ist. Er macht sie mit ihrer Wirkungsweise, ihrer Heilkraft oder auch Giftigkeit vertraut, wie dem schwarzen Bilsenkraut. Als Narkosemittel sei diese Pflanze damals durchaus hilfreich in der Chirurgie gewesen, erklärt Janke.

„Hier sind so viele Pflanzen, die ich noch nicht kenne.“

Inmitten von Lavendel- und Rosmarindüften gibt es für die Kinder auch Bekanntes zu entdecken, wie Kamille, Minze, Eukalyptus oder Rhabarber. Sie erfahren, dass man das Kräutlein Nießwurz in der Tiermedizin einsetzte, die Veilchenwurzel bei zahnenden Kindern und die Zwiebel heute noch als Sud bei Halsschmerzen bekannt ist. Nach dem vielen Schauen durften die Kinder ein Donnerwurz-Pflänzchen selbst eintopfen. „Sie ist eine mystische Pflanze“, erklärte Janke schmunzelnd. Einen Einblick in gesunde Ernährung und ein spannendes Picknick, natürlich kräuterreich, vom Fabry-Jahr-Team zusammengestellt, rundete den Erlebnis-Vormittag ab.

Abb.: Peter Janke hatte aufmerksame Zuhörer bei seiner Führung durch den Hortus Medicus. Foto: Olaf Staschik

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