INTERVIEW
Panorama aus der Fabry-Zeit

Das Trio ParliOcanto präsentiert am Sonntag mit seinem Programm „Komm, Trost der Nacht“ ein literarisch-musikalisches Panorama zum Fabry-Jahr.

von Stefanie Mergehenn
Quelle: Rheinische Post, Donnerstag, den 22. April 2010
Mit dem Hildener Rezitator Gerhard Ferenschild sprach RP-Redakteurin Stefanie Mergehenn über das Auftragswerk und seine Aktualität.
Herr Ferenschild, Museumsleiter Dr. Antweiler hatte Sie gebeten, ein kulturelles Programm zur Fabry-Zeit zu entwickeln. Ein schwieriger Auftrag?
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Ferenschild Allerdings. Die Epoche der Renaissance, Reformation, des Humanismus und Barock berührt so viele Facetten, dass das Streichen das größte Problem war - zumal wir möglichst viel antippen wollten.

„Wir“ ist das Trio ParliOcanto . . .

Ferenschild . . . hinter dem sich außer meiner Wenigkeit noch die Düsseldorfer Sopranistin Susanne Hille und der Dortmunder Cembalist Christoph Klein verbergen.

Was erwartet das Publikum in den geplanten zwei Stunden?

Ferenschild Zum Beispiel die überraschende Erkenntnis, dass religionsspezifische Fragen aus der Zeit des 30-jährigen Krieges mit Blick auf die heutige Fundamentalismus-Debatte oder die in der barocken „Vanitas“-Dichtung aufgeworfene Werte-Diskussion aktueller sind denn je. Neben Arien von Monteverdi, Bach oder Purcell haben wir zudem Texte von Nostradamus bis zu Marie Colinet - die Fabry-Gattin über Mode - im Gepäck.

Seit 2005 sind Sie Deutsch- und Philosophielehrer am Bonhoeffer-Gymnasium. Stehen Texte von Gryphius oder Opitz auch auf dem Lehrplan?

Ferenschild Barock-Lyrik kommt eigentlich immer im Zentralabitur vor - zum Beispiel im Vergleich mit einem Enzensberger-Gedicht.

Haben Sie Ihre Schüler denn zu der kulturhistorischen Revue eingeladen?

Ferenschild Die sind derzeit alle im Abi-Stress. Wir werden das gleiche Programm aber am 5. September noch einmal im Fassraum aufführen. Dann werde ich den Deutsch-Leistungskurs wohl einladen.

Sonntag, 25. April, 17 Uhr, Wilhelm-Fabry-Museum, Benrather Straße 32 a. Eintritt acht, ermäßigt fünf Euro.

Abb.: Singen und sprechen: Susanne Hille und Gerhard Ferenschild.

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