„Zeitsprünge“: junge Laienspieler auf Fabrys Spur

Große „Zeitsprünge“ machten gestern elf jugendliche Schauspieler auf der Bühne des Area 51, um Wilhelm Fabry zu begegnen.

von Uli Schmidt
Quelle: Rheinische Post, Freitag, den 11. Juni 2010
Zum 450. Geburtstag des berühmten Medicus hatten die Theaterpädagogen Ilona Piel und Stephan Kivel zusammen mit Schülern des Jugendparlaments bereits im vergangenen Jahr ein eigenes Projekt gestartet. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Das Bühnenbild, ein schlichter schwarzer Hintergrund mit Projektionswand machte neugierig. Anthrazitfarbene Schaumstoff-Würfel avancierten in immer anderer Formation zu Räumlichkeiten. Im Hintergrund spielte eine umfangreiche Technik und Video- Anlage eine gravierende Rolle, deshalb an dieser Stelle auch Lob an Stefan Hagemann, Kevin Ludolf und Martin Schlucksznat. Zum Stück: Zwei Schülerinnen, Clara (Lena Heuel) und Tina (Sophia Bourgiotis), wollen ein Referat über Wilhelm Fabry halten und geraten durch moderne Technik in eine Art Zeitmaschine. In welchem Jahr sie ankommen, wird durch Video- Einspielung für den Zuschauer klar. Auf der Bühne begegnen sie nun historischer Prominenz, angefangen bei Julius Cäsar (Nermin Cosovic). Der zitiert berühmtes Latein – und dann fallen die Deko- Würfel. Nun landen die Mädchen bei Kleopatra (Zaynah Minden), die sich als genauso wenig gastfreundlich erweist wie ihre spätere Königs-Kollegin Elisabeth I. von England (Carolin Paschek).

kleopatra
Schöne Kostüme, gutes Bühnenbild
Elisabeth Rohn und der Textil- Kurs der Wilhelm-Fabry-Realschule hatten die Kostüme genäht: Vom Pannesamt-Wams bis zur Pumphose passte alles. Perücken, Zöpfe und Bärte halfen ebenfalls, die Irr-Fahrt durch Jahrhunderte ins zeitgemäße Bild auf die Bühne zu bringen. Nach Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten - etwa Pochahontas (Zaynah Minden), Maria di Medici (Anna Siepen) und Elisabeth von Valois (Anissa El Hasbouni) – kommen die beiden Schülerinnen endlich im Jahr 1595 an. Sie treffen die Patientin Sarina (Sara Buonfiglio), die ihnen den Weg zum Wundarzt Fabry und seiner Frau Marie Colinet weist. In den beiden Hauptrollen vermitteln Stephan Kivel und Ilona Piel alles Wichtige über beider Leben. Zum guten Schluss landen Clara und Tina wieder im heutigen Hilden am Computer. Die Eltern (Hamza El Halimi, Farah Ahdour), die von einer Abend-Einladung zurückkehren, haben gar nicht gemerkt, welch umfangreiche Recherche die Teenies zum Thema Fabry hinter sich haben. Dickes Lob für so viel Einsatz und gutes Laien-Theater.

RP-Foto: TINTER, Auch zu Kleopatra (Zaynah Minden) führt die Zeitreise.

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