Heiliges Wasser der Itter untersucht

Kinder wandelten auf den Spuren von Kurpfuschern und Heilern, sammelten Kräuter für die Hexenküche.

Quelle: WZ vom 30.7.10
Heilende Steine, Kräuter tunken und Essenzen wohlriechender Blüten - es sind vor allem die Kräfte von Mutter Natur gewesen, auf die die Alchimisten und Quacksalber zu Zeiten Wilhelm Fabrys im 16. Jahrhundert setzten. Auf die Spuren jener Kurpfuscher, also Heiler, die ohne medizinische Ausbildung oder Zulassung Kranke behandelten, begaben sich in den vergangenen Tagen die Teilnehmer einer Ferienaktion.

Der kranken Amalia mit dem Stein der Weisen helfen
Foto: Dirk Thome
Organisiert und veranstaltet vom Wilhelm-Fabry-Museum und unterstützt von Schülern der Chemie-AG des Helmholtz-Gymnasiums galt es für die Kinder, die dahinsiechende Amalia von Weißhaar mit Kleidung zu versorgen sowie mit Hilfe des Steins der Weisen und heilenden Kräutertunken und den medizinischen Gerätschaften von Wilhelm Fabry höchstpersönlich zu gesunden.
Dabei wurden sie mit den medizinischen und alchimistischen Methoden Fabrys vertraut gemacht, sammelten Heil- und Giftkräuter und untersuchten das heilige Wasser der Itter. Anschließend wurden die geheimen Rezepte der Alchimisten entziffert und nachgekocht.
In der Hexenküche destillierte der Nachwuchs die Kräuteressenzen mit einer Mikroapparatur und stellte aus Speck Seife nach mittelalterlichen Verfahren her. Mit Chemikalien und historischem Werkzeug färbten sie außerdem Kleidungsstücke und Tücher aus Stoff und Leder mit Pflanzenfarben.

Zaubertricks in mittelalterlichen Gewändern vorgeführt
Als Höhepunkt fand gestern Vormittag eine Quacksalberveranstaltung vor dem Bürgerhaus an der Mittelstraße statt. In mittelalterliche Gewänder gekleidet, führten die jungen Kurpfuscher unter anderem Zaubertricks vor und ließen sich beim Brauen von Zaubertränken über die Schultergucken.

Abb: Klemens spielt nicht mit dem Feuer, er experimentiert. Bei der Ferienaktion gab es für die Kinder viel Überraschendes.
Foto: Dirk Thome

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