Konzert-Dreiklang für Fabry

Drei Festkonzerte mit Musik aus einem Zeitraum von 400 Jahren gibt es im November zu Ehren von Wilhelm Fabry. Es erklingen Werke von Monteverdi, Haydn und Mozart sowie eine Auftragskomposition von Axel Fischbacher.

von Barbara Steingiesser
Quelle: Rheinische Post, Donnerstag, den 4. November 2010
„Fabry lebe hoch!“ heißt es auch in den letzten acht Wochen des Fabry-Jahres. Im November wird der 450. Geburtstag des berühmtesten Sohnes der Stadt mit einem festlichen Konzert-Dreiklang gefeiert. Den Auftakt bildet am 7. November eine Aufführung der Marienvesper von Claudio Monteverdi in der Reformationskirche unter Leitung von Dorothea Haverkamp.
Ursula Schmücker (v.l.), Axel Fischbacher und Dorothea Haverkamp
Dr. Wolfgang Antweiler erklärte bei der Vorstellung des Programms, dass die Marienvesper vor genau 400 Jahren, also im Jahr von Wilhelm Fabrys 50. Geburtstag, entstand. „Das Konzert bietet allerdings nicht nur Musik aus Fabrys Zeit“, ergänzte Kantorin Dorothea Haverkamp, „sondern durch die Mitwirkung des Ensembles ,Musiche Varie‘ auch Musik auf Originalinstrumenten der Epoche.“ Dazu gehören Zinken (Blasinstrumente aus Tierhörnern), Barockposaunen, Barockviolinen und Chitarronen (Basslauten). Für alle, die keine genaue Vorstellung davon haben, beantwortete die Kantorin auch die Frage: „Marienvesper, was ist das?“ - „Das sind Psalmen und Sologesänge: Berauschend durch ihre Klangpracht, faszinierend durch ihre Virtuosität, bezaubernd in den leisen Sätzen und spannend in ihrer Vielfalt und Abwechslung.“
„The World is not a Disc“ heißt es dann am 13. November in der Aula des Helmholtz-Gymnasiums. „Der Titel steht für ein Konzert und eine CD-Produktion des Gitarristen Axel Fischbacher und enthält den ironischen Verweis, dass Fabry in einer Zeit lebte, in der viele Menschen noch glaubten, die Erde sei eine Scheibe“, erklärt Bernd Morgner vom Fabry-Museum. Für die Auftragskomposition zum Fabry-Jahr konfrontierte Fischbacher Komponisten des Frühbarock wie Haßler, Praetorius oder Sweelinck mit einem Stil unserer Zeit, dem Jazz. Für die Ausführung führte er Hildener Jazzmusiker (drei Schlagzeuger und ein Bassist), mit einer „Horn Section“ aus Bern zusammen, der Stadt, in der Fabry zuletzt wirkte und in der er 1634 starb.
Den Abschluss bildet am 14. November ein Festkonzert in der Stadthalle mit dem Oratorienchor Hilden und der Rumänischen Staatsphilharmonie „Dinu Lipatti“ Satu Mare unter Leitung von Franz Lamprecht. Auf Mozarts Krönungskonzert in D-Dur mit der koreanischen Pianistin Suk-Yeon Kim als Solistin folgen aus Joseph Haydns letztem Oratorium „Die Jahreszeiten“ die Teile „Herbst“ und „Winter“. Chor und Solisten werden passend zu den Jagd- und Trinkszenen mit Kostümen und Requisiten auftreten. Es wird, so verspricht die Erste Vorsitzende Ursula Schmücker, für das Publikum und die Mitwirkenden „ein großer Spaß“.

Abb.: Ursula Schmücker (v.l.) vom Oratorienchor, Axel Fischbacher und Kantorin Dorothea Haverkamp stellten ihre Konzert-Konzepte im Rahmen des Fabry-Jahres vor. Foto: olaf staschik

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