Wilhelm Fabry auf der Spur

Viertklässler der Grundschule Kalstert haben eine Fabry-Rallye ausgearbeitet. Fragen rund um das Leben des berühmten Begründers der modernen Chirurgie führen die Teilnehmer kreuz und quer durch die Itterstadt.

von Claudia Hasbach
Quelle: Rheinische Post, Samstag, den 18. Dezember 2010
Überall liegt Schnee. Idyllisch sieht Hilden aus. Ein schöner Wintertag wie gemacht für eine Rallye durch die Stadt. Das finden auch die Mädchen und Jungen der Klasse 4a der Grundschule Kalstert. Mit bunten Wollmützen und dicken Winterjacken haben sie sich warm eingepackt. Die Kinder gehen den Spuren nach, die der berühmte Wundarzt Wilhelm Fabry in seiner Heimatstadt Hilden hinterlassen hat, erklärt Klassenlehrerin Christa Weigand.
Sarah, Dominic, Mike, Tom und Marina (v.l.) mit dem selbst entwickelten „Rallye-Fahrplan“. Er kann in der Bücherei ausgeliehen werden.
Vor dem neuen Facharzt-Zentrum „Mediplus“ des St.-Kosefs-Krankenhauses startet die zweistündige Fabry-Rallye, die die Schüler mit Pädagogin Weigand und Thomas Bernhardt von der Geschichtswerkstatt entwickelt haben. „Wir haben uns 19 Fragen überlegt, die auf der Route gelöst werden müssen. Das ist ein passender Abschluss des Fabry-Jahres“, erklärt Bernhardt das Konzept. Familien können die Rallye später nachspielen, wünscht sich die Lehrerin. Im Gänsemarsch geht es durch das tief verschneite Holterhöfchen zur Wilhelm-Fabry-Realschule, in der eine Büste des Arztes steht, und dann weiter vorbei am Hauptfriedhof zur Turm-Apotheke. Ab und an fliegt ein Schneeball durch die Luft. Erst fallen Stifte und danach Kinder in den Schnee. Hannah, Jacquelyn und Marina, neun Jahre alt, erklären alle Stationen. „Am Hagelkreuz treffen sieben Straßen aufeinander“, verrät Hanna. Mit ihrer Großmutter Heide Gottschalk im Arm eilt das Mädchen zum Fabry-Kräutergarten im Stadtpark. „Ich lerne ganz neue Ecken kennen“, berichtet ihre Oma überrascht. „Die Schüler schrieben die Texte, malten Bilder und hielten Referate“, berichtet ihre Lehrerin von den Vorbereitungen. Stadtarchivar Dr. Wolfgang Antweiler führte die Kinder durch die Stadt. Und Apotheker Günter Spiller zeigte ihnen, wie man Heilkräuter fachgerecht mörsert. Die Grundschulpädagogin ist begeistert: „Die Mädchen und Jungen haben super mitgemacht. Heute können sie sich bewegen und spielerisch lernen.“
Tims Mutter Ulrike Wolf begleitet die Rallye: „Es ist spannend, mehr über die eigene Stadt zu erfahren.“ Tom und Serkan springen in die Schneehaufen, während der Rest knobelt. Die Erwachsenen haben alle Mühe, die Kinder beisammen zu halten. Die Winterlandschaft lädt zum Toben und Spielen ein. Im Stadtpark entschlüsselt Dilara Frage elf. „Die Düssel fließt nach Benrath“, ruft die Neunjährige stolz. Mike und Wesley kabbeln sich derweil im Schnee.
Vorbei am Fabry-Museum stapfen die Sprösslinge zum Amber-Hotel. „Hier stand bis bis 1923 Fabrys Geburtshaus“, weiß Jacquelyn. Schnell läuft sie zur Reformationskirche am alten Markt, in der der Arzt 1560 getauft wurde. Die jungen Rallyeteilnehmer zeigen erste Ermüdungserscheinungen. „Ich habe Hunger“ tönt es aus den Kindermündern. Glücklicherweise ist das Ziel erreicht: Das alte Rathaus (heute Bürgerhaus) an der Mittelstraße. Bernhardt stellt Schokolade bereit: „Die Stärkung haben sich die Spurensucher verdient.“

Abb.: Sarah, Dominic, Mike, Tom und Marina (v.l.) mit dem selbst entwickelten „Rallye-Fahrplan“. Er kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Foto: Anja Tinter

zurück