Wertvolle Buchspende für Fabry-Museum

Das Wilhelm-Fabry-Museum ist um einen Schatz reicher: ein aus dem Jahr 1713 stammendes, auf Latein verfasstes Nachschlagewerk über „Observationes“, also Krankheitsbeobachtungen, die der Chirurg und Wundarzt Wilhelm Fabry an seinen Patienten machte.

von Claudia Hasbach
Quelle: Rheinische Post, Dienstag, den 9. November 2010
Große Freude im Wilhelm-Fabry-Museum
Außerdem ist in dem Band der Briefwechsel Fabrys mit anderen Ärzten dokumentiert. Der Museums- und Heimatverein hatte das wertvolle Stück auf einer Auktion in Berlin für das Museum ersteigert - für 1100 Euro. Das Exemplar wurde in „Argentorati“, heute Straßburg, verfasst und stammt vermutlich aus Privatbesitz.

Sammlung erweitert
Nicole Anfang, die Vorsitzende des Vereins, übergab das Buch gestern an Dr. Wolfgang Antweiler, den Leiter des Fabry-Museums, und seinen Stellvertreter Bernd Morgner. „Wir konnten seit längerem keine literarischen Neuzugänge verbuchen, da viele Werke Fabrys in Bibliotheken oder nicht mehr zum Verkauf stehen. Deshalb sind wir um so glücklicher, dass wir Herrn Antweilers Wunsch erfüllen und die Sammlung um einen tollen Band erweitern konnten“, sagte Anfang.
Der Museumsleiter dankte dem Verein für die wertvolle Spende. „Das Buch ist in einem fantastischen Zustand. Das Papier und der Ledereinband sind weder von Wurmfraß noch von Feuchtigkeit befallen. Wir fertigen säurefreie Kisten an, in denen die Bücher geschützt liegen können.“ Werke in schlechtem Zustand kaufe das Museum nicht, da die Restauration zu kostspielig sei.

Europaweit bekannt
Das medizinische Nachschlagewerk entstand nach Fabrys Tod. „Seine Erkenntnisse waren auf einem hoch entwickelten Stand und fanden europaweit Anklang. Selbst ein Jahrhundert später berief man sich noch auf den berühmten Arzt, der nie studiert hatte“, berichtete Antweiler. Dies zeige, dass die grundlegenden medizinischen Erkenntnisse Fabrys auch zu dieser Zeit noch aktuell waren.
Der Museumsleiter berichtet über das Bestreben, die Sammlung stetig zu vergrößern. Sein Traum sei es, irgendwann Fabrys gesamtes Schaffenswerk ausstellen zu können, gestand Antweiler.

Abb.: Nicole Anfang, Vorsitzende des Museumsverein, übergab das aus dem Jahr 1713 stammende Buch an Museumsleiter Dr. Wolfgang Antweiler. Foto: Olaf Staschik
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