Kinderarzt-Arbeit mit der Kamera dokumentiert

„Was machst du Doc?“ Diese Frage stellen sich viele Kinder beim Besuch des Kinderarztes.

von Shabir Saaed
Quelle: Rheinische Post, Donnerstag, den 26. August 2010
Im Rahmen des Fabry-Jahres hatten sieben junge Leute im Alter von 12 bis 16 Jahren die Möglichkeit, zusammen mit der Kunsthistorikerin Sandra Abend und dem Fotograf Michael Ebert in einem dreitägigen Workshop den Alltag des Kinderarztes unter die Linse. Ebert hatte für alle Teilnehmer eine Kamera zur Verfügung. Sie lernten, wie man Fotos schießt und bearbeitet.

Michael Ebert und Sandra Abend (3. und 2. von rechts) haben den Workshop geleitet.
„Alle waren sehr engagiert. Die Talentdichte ist sehr hoch“, sagte Ebert bei der Präsentation der Werke im Fabry-Museum. „Wir haben auch Bilder von früheren Arztpraxen gezeigt und diese mit den eigenen Fotos verglichen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede festzustellen“, sagte Sandra Abend. Am zweiten Tag besuchten die jungen Talente die Gemeinschaftspraxis von Dr. Ulrich Giesler und Dr. Gudrun Rotenberger und durften vier Stunden lang den beiden Kinderärzten bei ihrer Arbeit zuschauen und Schnappschüsse bei ihrer Arbeit mit den kleinen Patienten machen. In eigenen Texten beschrieben sie den Alltag in der Praxis.

„Es ist schön die Bilder zu sehen, weil sie vom täglichen Arbeitsalltag abweichen und durch den anderen Blickwinkel die menschliche Seite hervorheben“, freute sich Rotenberger. Sie könne sich durchaus vorstellen, die Fotobroschüre in ihrer Praxis als Patienteninformation bereit zu stellen.

Seit sechs Jahren bieten die beiden Hochschuldozenten Workshops für junge interessierte Fotokünstler an. Bereits zum vierten Mal nimmt Jennifer daran teil, die später einmal Journalistin werden möchte. Neben den neuen Erkenntnissen zu den vielfältigen Techniken der professionellen Fotografie fand sie besonders die Nähe zu den Menschen interessant. „Ich mag den medizinischen Aspekt sehr. Aber persönlich mag ich es nicht, eine Spritze zu bekommen“, sagte die 15-Jährige. Lara fand den Umgang mit den Säuglingen besonders schön.

Mehr als 1000 Bilder sind an einem Nachmittag in der Kinderarztpraxis entstanden. Allein 300 Momentaufnahmen machte Javed. Dennoch sieht sein Traumberuf etwas anders aus. „Ich möchte im Bereich der Kernphysik arbeiten“, sagte der 13-Jährige.


Abb.: Anja, Jenny, Lena, Javed, Franziska und Lara waren bei Dr. Ulrich Geisler und Dr. Gudrun Rotenberger (Mitte) zu Gast. Michael Ebert und Sandra Abend (3. und 2. von rechts) haben den Workshop geleitet. Foto: Olaf Staschik

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