Ein Fabry kommt selten allein

Als am Samstag im Alten Ratssaal während der Begrüßungsreden kurz das Licht ausging, meinte eine Stimme im Hintergrund: „Das kann nur ein Fabry gewesen sein.“

von Barbara Jakoby
Quelle: Rheinische Post, Montag, den 28. Juni 2010
Die Suche nach dem Verursacher, der sich aus Versehen gegen den Lichtschalter gelehnt hatte, dürfte dennoch schwierig geworden sein. Denn im Saal befanden sich mehr als 150 Männer, Frauen und Kinder, die alle den Namen des Mannes tragen, den Hilden an diesem Wochenende feierte. So meinte denn auch Dr. Wolfgang Antweiler, Leiter des Stadtarchivs und des Fabry-Museums, er habe sich nicht träumen lassen, „einmal mit so vielen Fabrys zusammenzutreffen“. Worauf einer der Angesprochenen meinte: „Wir auch nicht.“
Mehr als 150 Menschen, die den Namen Fabry tragen, wurden im Ratssaal begrüßt - und trugen sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: Olaf Staschik
Sie waren aus ganz Deutschland angereist, einige auch aus angrenzenden Ländern, mehr als 150 an der Zahl. Im Ratssaal knubbelte es sich, als Bürgermeister Horst Thiele und Fabry-Darsteller Clemens Urbschat die Gäste begrüssten. Stadtmarketing- Chef Volker Hillebrand habe die Idee für ein Treffen der Fabry- Namensträger zunächst als Gag in die Planung des Fabry-Jahres eingebracht, berichtete Thiele. „Eine tolle Marketing-Idee“, befand Anton Fabry (78) aus Dillingen/ Saar, dessen Familie mit gleich vier Mitgliedern vertreten war. Der 78-Jährige war nicht das erste Mal in Hilden, hatte auch schon früher das Fabry-Museum besucht. „Als ich mich da mit meinem Namen vorstellte, habe ich freien Eintritt bekommen“, erzählte er. Dr. Ralf Fabry aus Jülich, von Beruf Zahnarzt, hatte eine spätere Ausgabe von Fabrys berühmtestem Werk mitgebracht. Ein belgischer Gast legte Antweiler seinen Stammbaum vor. „Da fehlt leider die Verbindung zu unserem Fabry“, musste der Stadtarchivar ihn enttäuschen.
Jean Pierre Fabry aus Engelskirchen, der in seiner Freizeit bei Mittelalterspektakeln mitwirkt, erregte im Kostüm eines Jakobspilgers Aufsehen. Über der Schulter trug er wie alle Namensträger als Geschenk der Stadt Hilden eine Tasche mit der Aufschrift: „Ich bin ein Fabry“. So kenntlich gemacht, heimsten die Gäste beim Festumzug viel Beifall der Zuschauer ein.

Foto: Olaf Staschik

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