Glückwunsch, Wilhelm Fabry!

Am 25. Juni vor 450 Jahren wurde der größte Sohn Hildens geboren. Seinen Geburtstag feiert die Stadt an einem Festwochenende mit großem Musikprogramm, einem Festumzug und einem historischen Jahrmarkt.

von Barbara Jakoby
Quelle: Rheinische Post, Donnerstag, den 10. Juni 2010
Ein solches Geburtstagsständchen bekommt längst nicht jeder: Mit Pauken und Trompeten läutet das Sinfonische Blasorchester der Musikschule Hilden am Freitag, 25. Juni, auf dem alten Markt die dreitägige Geburtstagsfeier für Wilhelm Fabry ein. Klar, dass „Happy Birthday“ - allerdings in einem ungewohnten Arrangement von Robert Kuckertz - dazu gehört. Eröffnet wird das Konzert aber, wie Thomas Volkenstein (Musikschule) gestern bei einer Pressekonferenz erläuterte, mit der barocken „Fanfaren-Sinfonia“ des französischen Komponisten Jean-Joseph Mouret - um den zeitlichen Bezug zur Epoche Fabrys herzustellen. Mehr als drei Stunden lang wird das Musikschulorchester die Gäste am Samstag unterhalten. Den Schlussakkord unter den ersten Festtag setzen ab 21 Uhr in der Refomationskirche „Teufelsgeiger“ Mani Neumann und seine Band mit „Farfarello im Licht“. Wer dafür noch Karten ergattern will, muss sich sputen. „280 haben wir schon verkauft, die Grenze liegt bei maximal 310“, sagte Kulturamtschefin Monika Doerr.
Die musikalische Gratulationscour setzen am Samstag, 26. Juni, die Hildener Musikvereine von 10 bis 15 Uhr fort. Gabi Küsters wartete gestern mit der selbst fürs Kulturamt überraschenden Ankündigung auf, dass die „Itterfrüchtchen“ speziell auf Fabry getextete Moritaten vortragen werden.
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Beim Historischen Markt zeigen Handwerker ihre Künste, Händler bieten Spezialitäten an und Schwertkämpfer demonstrieren ihr Können. Foto: privat
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Das Sinfonische Blasorchester der Musikschule Hilden bestreitet am Samstag das Festkonzert zu Ehren des Geburtstagskindes. Foto: Arcihv
„Gestatten, mein Name ist Fabry“, heißt es am frühen Nachmittag im Ratssaal, wenn Bürgermeistzer Horst Thiele rund 140 Träger des berühmtem Namens aus ganz Deutschland empfängt. Der älteste Gast ist 87 Jahre alt. Deutlich erkennbar sollen die Namensvetter des Hildener Arztes beim anschließenden Festumzug durch ein pfiffiges Geschenk werden: eine Umhängetasche mit dem Aufdruck „Ich bin ein Fabry“.
600 Anmeldungen liegen bereits für den Festumzug vor, der sich um 15.30 Uhr in Bewegung setzt: Schützen, Karnevalisten, Vereine und Schulklassen. Begleitet von Musikgruppen und angeführt von Clemens Urbschat im historischen Fabry-Outfit.
Die Terminwahl für den Umzug, der ursprünglich eher für den Sonntag geplant war, nehme Rücksicht auf den Spielplan der Fußballweltmeisterschaft, sagte Hillebrand: „Am Samstagnachmittag gibt es kein Spiel mit deutscher Beteiligung. Kommt Deutschland ins Achtelfinale, läuft unsere Mannschaft entweder am Samstagabend oder Sonntag auf.“
Ganz flexibel werde seine Truppe darauf mit ihren Vorführungen im Schwerter- und Lanzenkampf reagieren, kündigte Knut Schulz, Veranstalter des Historischen Marktes an. Von Freitag bis Sonntag werden Spielleute das Publikum unterhalten, Handwerker ihre alte Kunst demonstrieren und Tavernen ihre Spezialitäten anbieten.
Wahrsagerin Cara wird für die Besucher einen Blick in die Zukunft werfen. „Nur das Wetter kann sie nicht vorhersagen“, bedauerte Kunz gestern. Doch dahingehend herrschte bei den Verantwortlichen das Prinzip Hoffnung: wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft.
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Schauspieler Clemens Urbschat führt im historischen Fabry-Outfit den Festzug an. Foto: Olaf Staschik
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Volker Hillebrand (re.) und Dr. Wolfgang Antweiler mit den Fabry-Taschen. Foto: Olaf Staschik