Fabry im Fokus der Kunst

Ein Thema, sieben Künstler, 49 ganz unterschiedliche Werke: Am Sonntag beginnt die Ausstellung „Fabry-Facetten“ im Kunstraum Gewerbepark-Süd. Die Künstlergruppe ART-IG hat sich ein Jahr lang ausschließlich dem Leben und Werk des berühmten Stadtsohns gewidmet.

von Uli Schmidt
Quelle: Rheinische Post, Freitag, den 5. November 2010
Zwar haben sich Karin Finke, Kirsten C. Graf, Heidi Luft, Karin Machan, Hildegard Skirde, Karlheinz Schnepf und Wolfgang Piaschinki schon 1995 als Gruppe zusammengeschlossen, nach dem Motto: „Miteinander arbeiten, voneinander lernen, sich selbst dabei finden“, und es gab seitdem elf gemeinsame Präsentationen. „Aber dass wir uns alle so intensiv mit einem gemeinsamen Thema beschäftigt haben, ist neu“, kommentierte Karlheinz Schnepf gestern anlässlich der Presse-Vorschau. Er hat sich Fabry geschichtlich genähert. Bilder wie „Hilden um 1560“ oder „Dreißigjähriger Krieg“ spiegeln das wider.
Mitglieder der Künstlergruppe artIG
Sein Künstler-Kollege Wolfgang Piaschinski konzentriert sich mehr auf den medizinischen Hintergrund und schlägt mit seinen vier Bildern thematisch einen Bogen über 450 Jahre: „Dr. Fabry heute - im Labor“ zeigt ihn neben Kollegen in moderner OP-Kleidung. Nebeneinandergehängt haben die großformatigen, gegenständlich orientierten Werke einen ganz eigenen Reiz, schon wegen ihrer unterschiedlichen Auffassung. Das gilt auch für die Exponate der weiblichen Mitstreiter. Hildegard Skirde nennt eine ihrer abstrakten Acryl-Arbeiten „Teufelskralle meets Fabry“ und erklärt, sie habe dabei an Wurzeln und Moose gedacht, die früher zu Medizin verarbeitet wurden. Auch Karin Machan hat viel über den berühmten Arzt und seine Heilmethoden gelesen. Da Pflanzen und Kräuter zu Fabrys Zeiten die Grundlage für Medizin boten, finden sie farbige Erwähnung auf der Leinwand. Mit sechs Arbeiten in einer Gruppe, betitelt: „that´s my Life“, die an Krebszellen erinnern, macht Karin Finke klar, „dass auch ein kranker Mensch als Ganzes wichtig ist“. Mit Pappmaché und Mullbinden begann Heide Luft ihre Arbeit, formte Modelle, fotografierte, druckte und kolorierte. Sie nennt ihre 50x50-Formate „observatio“ und erzielt mit ihrer Technik erstaunliche „Gewebe-Effekte“. Marie Colinet, Fabrys kluge Ehefrau, präsentiert Kirsten C. Graf auf antiken Büchern - aber unter einer Glasglocke. Ihre insgesamt sechs Installationen bereichern die Ausstellung nicht nur räumlich.
Erstaunlich ist, wie homogen diese so unterschiedlichen „Facetten“ als Ganzes wirken, zumal die Künstler sich zwar alle 14 Tage zum Gedankenaustausch trafen, ihre jeweiligen Arbeiten jedoch für die Ausstellung zum ersten Mal präsentieren. Die Vernissage am Sonntag wird die Gruppe gemeinsam gestalten.

Abb.: Sechs der sieben Künstler kamen gestern zur Presse-Präsentation (v. l.): Kirsten Graf, Hildegard Skirde, Heidi Luft, Karin Machan, Karin Finke und Karlheinz Schnepf. Foto: Anja Tinter

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