1. + 29. Oktober 2010 um 19:30 Uhr • Wilhelm-Fabry-Museum Hilden
und manchmal kommt einfach der Tod dazwischen
Texte Wilhelm Fabrys in neuem Gewand
Rezitation : Katharina Gun Oehlert
Musik : Karola Pasquay
Schlafender Putto mit Totenschädel
Die Texte des Abends sind aus verschiedenen Schriften von Wilhelm Fabry zusammengestellt und ergeben ein breit gefächertes Kaleidoskop, welches die faszinierende Bandbreite der geistigen Welt des Arztes und sozial wie religiös denkenden Menschen aufzeigt .
Die Schilderungen der Pest oder des Dreißigjährigen Krieges werfen existenzielle Fragen auf, manche davon mit erstaunlicher Aktualität.

Die Musik antwortet darauf in der Sprache des 21. Jahrhunderts. Diese ist weniger im Sinne einer Illustration angelegt, sondern sieht sich weit mehr als eine in einen Dialog tretende kompositorische Aussage. Dabei wechseln Klanginstallationen mit Improvisationen ab.

Katharina Gun Oehlert

Katharina Gun Oehlert
Katharina Gun Oehlert beeindruckt in den subsekutiven Schaffensperioden ihrer 30jährigen Vita als bildende Künstlerin nicht allein durch ihre monumentalen Raum- und Objektinstallationen, die von ihr entwickelte Technik der Tapisserie aus Bild- und Textmaterial auf Papier und Seide und in jüngerer Zeit durch ihre Malerei auf Leinwand, sondern auch durch eine verdichtete Präsenz, die aus ihren Arbeiten spricht. In ihren Textbildern und Installationen sind Wort und Bild, Raum und Rhythmus zu einem Gesamtklang verwoben.

„Der Mensch und seine Befindlichkeit, seine Ängste und Träume, stehen im Mittelpunkt der Bildideen der Katharina Gun Oehlert. Sie erfindet Körper, erfindet Symbole. Sie schafft sich damit ein ganzes Repertoire von Bildgestalten, mit denen sie immer wieder neu spielt und erzählt wie in einer Sprache der Bilder“ ... Ihre Bilder sind eine Liebeserklärung an das Leben. (Dr. Rolf Jessewitsch, Museum Baden)

Der Schriftsteller und Künstler Robert Bosshard charakterisiert:
„Katharina Gun Oehlert ist die Tänzerin unter den bildenden Künstlern. ... Die subtile Choreographie Oehlert`s künstlerischer Produkte entspricht der ins verstummte Objekt übertragenen Dramaturgie des Tanzes. Das Werk repräsentiert die Bewegung der Stille... Es sind Inszenierungen, Poems. Ein tiefer Respekt strahlt von ihren Objektinszenierungen aus. ... Katharina Gun Oehlert hat einen dramatischen Zugang zur Psychologie der Mitmenschen, wobei die Wandlung zur künstlerischen Haltung sie dazu gebracht hat, die ringende Seele nicht zu sezieren, sondern sie zu respektieren... .“

Der Poesie ihrer Bildsprache sind die Hildener Bürger u.a. bereits in den Arbeiten im neuen Ratssaal („1000 Jahre Hilden-Wege durch die Zeit“) und im „Alten Helmholtz“ („Triptychon – Die Tore“) begegnet Katharina Gun Oehlerts Liebe zum Wort und zur Poesie, geschöpft aus ihrer tiefen Verbindung zu den subtilen Bewegungen der Seele, ist sowohl in ihrer Kunst, als auch in ihren Lesungen beeindruckend spürbar. Dies findet seit Jahren seinen bewegenden Ausdruck in den Abenden, die zusammen mit der Musikerin Karola Pasquay entstehen.
www.katharina-gun-oehlert.de

Karola Pasquay

Karola Pasquay
Die Flötistin Karola Pasquay ist als Solistin im Bereich der klassischen, der Neuen Musik, sowie der Improvisation tätig.

Sie spielt im Ensemble für Neue und Improvisierte Musik, Partita Radicale. Gemeinsame Konzertreisen führten in viele europäische Länder. Ein Schwerpunkt ihres künstlerischen Interesses ist die Beschäftigung mit außergewöhnlichen Klängen und Klangräumen (eine Konzert – und Studienreise nach China, mehrere Aufenthalte in Rumänien).

Karola Pasquay ist auf internationalen Festivals für Neue /Improvisierte Musik zu Gast, wie Fondation Deutsch de la Meurthe (Paris 1994), Internationale Tage der Neuen Musik (Bukarest 1995), Festival für Improvisierte Musik (Bergen 1996), Biennale für Zeitgenössische Musik (Wuppertal 2001 , 2002 , 2006 , 2008), Festival Huerta Cordel (Madrid 2003), Die Dritte Art (Wuppertal 2002, 2004), Festival der rumänischen Kultur (Straßbourg 2006), Festival für Zeitgenössische Musik (Dresden 2008).

Das Umsetzen von Bild – und Raumstrukturen in Musik ist eines der weiteren Tätigkeitsfelder. Karola Pasquay arbeitete mit vielen Bildenden Künstlern zusammen, und ist mit ihren Projekten des öfteren Gast im Museum Bochum.

Gemeinsam mit dem Perkussionisten Uwe Fischer – Rosier widmet sie dem amerikanischen Komponisten und Musikphilosophen John Cage viele Konzertprogramme. Die Faszination der Verknüpfung von Sprache und Musik führte zu etlichen Lyrikprogrammen gemeinsam mit Katharina Gun Oehlert, in denen sie als Rezitatorin, wie als Improvisatorin wirkt.

Karola Pasquay leitet Workshops im Bereich der klassischen Kammermusik, sowie der Improvisation. Hier arbeitete sie u.a. mit Uwe Fischer – Rosier, Werner Dickel, Laura Kuhn (New York), sowie mit Peter Kowald zusammen. Seit 2009 ist sie Mitglied im WIO, dem Wuppertaler Improvisationsorchester.

Karola Pasquay lebt als freischaffende Musikerin in Wuppertal.

Abb.: Schlafender Putto mit Totenschädel, Südliche Niederlande Mitte des 17. Jahrhunderts, Elfenbein, Höhe ca. 45 mm, Breite 135 mm, Museum Schnütgen Köln, Inv. Nr. B 154

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