30. September • 19.30 Uhr
Wilhelm-Fabry-Museum
Die Ärzte am jülich-bergischen Hof um 1600 - Zum Verhältnis von Heilkunst und Politik
Vortrag von Dr. Olaf Richter, Stadtarchiv Krefeld
Während der politisch bewegten drei Jahrzehnte vor dem niederrheinischen Epochenjahr 1609 waren stets auch ärztliche Gutachten über Krankheiten der Fürsten und ihre medizinischen Behandlungen für die Landespolitik von Bedeutung.

20090922113511_0s
Ob es die Heilversuche an Altherzog Wilhelm (+1592) oder an seinem geistig und seelisch kranken Sohn Johann Wilhelm I. waren, mit dessen Tod das Jülicher Herrscherhaus 1609 im Mannesstamm ausstarb, – oder ob es um die Wahl der Braut bei Johann Wilhelms Heiraten mit Jakobe von Baden und seiner zweiten Frau Antoinette von Lothringen ging – jeweils spielten die Ratschläge der Hofärzte eine wichtige Rolle.

Auf Basis der Auswertung der archivalischen Überlieferung in den Staatsarchiven zu Düsseldorf und München soll der Frage nachgegangen werden, wie das Verhältnis zwischen ärztlicher Kunst und der von den Räten ausgeübten politischen Macht ausgesehen hat. Welche Stellung nahmen die Ärzte in der Hofpolitik ein? Die Beantwortung dieser Frage ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund des frühneuzeitlichen Verständnisses medizinischer Heilkunst zu beantworten.

Abb.: Johann Wilhelm, Kupferstich von Dominicus Custos


zurück