2. September um 19.30 Uhr • Wilhelm-Fabry-Museum
"Die Wunde heilt der Speer nur, der sie schlug."
Kranke Dichter und Poesie als Medizin
Vortrag von Prof. em. Dr. Herbert Anton, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

"Tragische Literaturgeschichten" (Schopenhauer) handeln von kranken Dichtern und "Dichten als Krankheit".
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Aber "Qualen und Seufzer klingen wie schöne Musik" (Kierkegaard). Dabei können lebens- und liebeskranke Poeten auch "schaffend genesen" (Heine) und - mit Amor als Apotheker - "heilungskräftig wirken" (Goethe).

Zu den kranken Dichtern gesellen sich von der Antike bis zur Gegenwart literarische Figuren, die sich in Grenzbereichen leiblicher, seelischer und geistiger Gefährdungen bewegen und auch an Weltschmerz zugrunde gehen. Auffällig sind epochenspezifische Besonderheiten, die auch das Interesse von Kulturwissenschaft und psychoanalytischer Literaturbetrachtung finden und gleichermaßen die Wahrnehmung von Dichtern und Ärzten bereichern: "Apollo war mir günstig / der Musikant und Arzt" (Paul Fleming).

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