29. Mai 2010 um 15.30 Uhr • Wilhelm-Fabry-Museum
15. Hildener Kunstcafé zur Ausstellung „Götter in Weiß - Arztmythen in der Kunst“
Wir laden ein zum Gespräch über den Mythoswandel des Arztes in der Kunst.

Totentanz von Basel, 1966
„Halbgott in Weiß“, ein Mythos, der polarisiert. Mit ihm sind Hoffnung, Verehrung, Erfolg, aber auch Angst, Häme, Versagen verbunden. Die im 19. Jahrhundert gewonnenen Erkenntnisse über die Antisepsis und die Asepsis führten zu besseren Heilungschancen der Patienten und zu einem neuen Erscheinungsbild der Ärzte. Vom schwarzen Frack zum weißen Kittel wandelt sich nicht nur die Kleidung, sondern auch die Bildauffassung des Arztes. Vor allem Chirurgen wurden wie Stars verehrt. Künstler haben den ärztlichen, tatkräftigen Einsatz im Bild festgehalten. Die Auffassung vom Mediziner ändert sich im 20. Jahrhundert. Dieser Wandel soll unter folgenden Fragestellungen Ausgangspunkt für das Kunstcafé sein.
Wie werden die immer kontroverser diskutierten Auswirkungen der modernen Hochleistungsmedizin in der Darstellung des Arztes künstlerisch erfasst? Wie wandelt sich das Bild vom Arzt?
Brauchen wir heute noch den Mythos vom medizinischen Helden? Oder steht der Arzt als Mensch für den Patienten im Vordergrund?

Eingeladen haben wir den Arzt und Medizinjournalisten Rainer Richter.
Das Kunstcafé wird moderiert von Wolfgang Antweiler und Sandra Abend.

Abb.: Grieshaber, HAP, Doktor, aus: Totentanz von Basel, 1966, Farbholzschnitt, Privatbesitz, ©VG Bild-Kunst, Bonn 2010 

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