24. und 25. April 2010 • Stadthalle Hilden

Bilder von den Proben der Tänzer
Der Bürger als Edelmann
comédie-ballet von Molière und Lully
Die Produktion ist eine Zusammenarbeit der Musikschule der Stadt Hilden mit dem „Jungen Tanzforum“ in Hilden. Regie führt der bekannte Regisseur Michael Seewald.
Bilder von den Proben
Im Rahmen des Fabry-Jahres 2010 kommt die comédie-ballet „Der Bürger als Edelmann“ von Jean-Baptiste Lully (Musik) und Jean-Baptiste Molière (Text) in die Hildener Stadthalle. Es handelt sich hierbei genau genommen um ein Musical der Barockzeit, in dem Molière sich wie in vielen seiner anderen Werke mit dem „richtigen“ und „falschen“ Verhalten in der Gesellschaft seiner Zeit auseinandersetzt. Es ist die Zeitepoche Wilhelm Fabrys, in der diese Comédie-ballet spielt. Sie führt uns vor Augen, wie hoch durch Selbstverleugnung, Selbstkasteiung und die Aufgabe von Herkunft und Familie der Preis für diesen unseligen Trieb ist. Konkret geht es um das naive Streben der einfachen Bürger nach mehr Ansehen in Form von Adelstiteln und ist damit von der Aussage und dem Gehalt problemlos in die heutige Zeit zu übertragen.

Bilder von den Proben
Diese Neigung bei Anderen zu karikieren fällt leicht; aber wer hatte nicht schon mal den Traum prominent zu sein oder „gesehen“ zu werden? Andy Warhol zum Beispiel, der große amerikanische Künstler, sprach einmal davon „5 Minuten“ berühmt sein zu wollen. Umspielt wird diese lustige Komödie von Gesangs- und Balletteinlagen und wird schließlich die Zuschauer in ihren ganz speziellen Bann ziehen.

Regisseur Michael Seewald
Das Bedürfnis nach gesellschaftlicher Anerkennung, nach sozialem Aufstieg um jeden Preis ist ein dem Menschen tief verwurzelter Trieb und wird in jedem Zeitalter aktuell sein und bleiben. So kann diese Komödie von Jean-Baptiste Molière aus dem Jahre 1670 in unserer heutigen Zeit noch höchste Aktualität haben. Von dieser Neigung, die doch scheinbar so tief menschlich ist, möchte die Comédie-ballet „Der Bürger als Edelmann“ ironisch erzählen, durchaus auch selbstironisch. Denn Herr Jourdain, der „Bürger“ und Hauptdarsteller, hat nichts Wichtigeres im Sinn, als seinen sozialen Aufstieg zu gestalten. Dabei gilt: „Der Schein blendet das Sein.“ Oder auch: „Mehr Schein als Sein.“
Es wird eine moderne Inszenierung auf die Bühne kommen, die von dem Regisseur Michael Seewald und der Musikschullehrerin Anja Paulus eigens für das Fabry-Jahr bearbeitet und aktualisiert wurde. Neben dem höfischen Leben der damaligen Zeit mit seinen Tänzen und Eigenarten wird es immer wieder Bezüge zur Gegenwart geben, die in Form von Kostümen, Tanz und Bühnenbild dem Zuschauer begegnen werden.

Fotos: Ian Dylewski


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