4. März 2010 • 19.30 Uhr • Wilhelm-Fabry-Museum

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Zwischen Genf und Düsseldorf: Die Welt der bergischen Reformierten
Vortrag von Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis, Historisches Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München

Die religiösen Neuerungen, die Johannes Calvin seit den 1530er Jahren in Genf einleitete, wurden zur Grundlage reformiert-calvinistischer Kirchen in der Schweiz, in Frankreich, in den Niederlanden, in Schottland, in Ungarn, in Ostfriesland, Hessen, der Kurpfalz und im Rheinland.
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Als Wilhelm Fabry geboren wurde, waren sie eine starke Gemeinschaft in Europa, betrieben Hochschulen und Akademien, besetzten politische Ämter und entwickelten neue Ideen des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Die Reformierten in den kleinen Gemeinden des Bergischen Landes hatten vielfältige Kontakte in die europäischen Regionen, in denen ihre Glaubensgenossen lebten. Obwohl sie unter der Herrschaft der Düsseldorfer katholischen Fürsten eine bedrohte Minderheit darstellten, schickten sie ihre Kinder zur Ausbildung ins europäische Ausland, erbaten in den Niederlanden Geldspenden für ihre Kirchenbauten und trieben Handel mit niederländischen Kaufleuten. In der Zeit größter Bedrohung im Dreißigjährigen Krieg waren es diese europäischen Verbindungen, die das Überleben der reformierten Kirche im Herzogtum Berg sicherten.

Der Vortrag beleuchtet die Verbindungen der bergischen Reformierten in der Zeit Fabrys, die den Hintergrund für sein Schicksal bildeten und seinen Lebensweg erklären.

Abb.: Reformationskirche in Hilden, 1953

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